Die Geschichte von Gerhards Stein im Moosburger Amtsgerichtsgarten
Die Geschichte, die Gerhards Stein im Amtsgerichtsgarten erzählt, nahm vor 28 Jahren ihren Anfang: damals hatte der 2. Vorsitzende der Musikinitiative Moosburg (MIMO) die Idee, mit einem Live-Festival von Nachwuchsbands im Rahmen des Moosburger Altstadtfests gerade auch die junge Zielgruppe anzusprechen. Auf der Suche nach der richtigen Location hatte jener Vorstand den sicheren Riecher, daß der Amtsgerichtsgarten eine ideale Kulisse für dieses Musikfestival bieten würde. Am 27. Juli 1996 fand im „Gerichtsgarten“ bzw. auf der „Gerichtswiese“, wie er damals noch genannt wurde, erstmals ein musikalisches Alternativprogramm im Rahmen des Altstadtfests statt: mit Punkmusik der Band „Cockroach“, Crossover-Sound von „Detergent“, Subsea-Rock von „The Caddish Cuttlefisch“, Pink Pop von „Two Foose“ bis zur Funkpower von „No Siesta“. Der Erfolg gab den Organisatoren recht: nicht nur die jungen Moosburger genossen die Atmosphäre des Abends, sondern auch viele ältere Besucher nahmen erstmals die Anziehungskraft dieses schönen Fleckens Natur inmitten von Moosburg wahr. Und seitdem ist der Amtsgerichtsgarten vom Moosburger Altstadtfest nicht mehr weg zu denken, genauso wenig wie von anderen Moosburger Festivitäten.
Der Vorsitzende der MIMO, der damals diese Idee hatte, ist mein Mann Gerhard von Willmann (damals noch Gerhard Artelt), der im September 2023 gestorben ist. Als ich bei seiner Trauerfeier diese Anekdote um den Amtsgerichtsgarten in meine Rede habe einfließen lassen, hatte eine Freundin spontan die Idee, man müsse an diese Geschichte rund um die Öffnung des Amtsgerichtsgartens für die Allgemeinheit erinnern, indem man dort eine Art Gedenkstein niederlegt. Die Freundin hat sich gekümmert, an der Isar einen großen Kiesel gesucht und gefunden, ihn zum Moosburger Steinmetz Zeno gebracht, der ihn mit dem Namen meines Mannes versehen hat.
Und so liegt Gerhards-Stein heute im Amtsgerichtsgarten und erzählt davon, wie gute Ideen zur Erfolgsgeschichte werden, wenn man sie mit Power und Ausdauer verfolgt und umsetzt – und davon, wie ein besonderer Mensch eine Spur hinterlässt.
Mit herzlichem Dank an die Stadt Moosburg für die Genehmigung, diesen Stein hier niederzulegen und an die Mitarbeiter des Bauhofs, allen voran Martin Holzner, die das Setzen des Steins so engagiert und unkompliziert möglich gemacht haben.
Astrid von Willmann


